Jana & Christian möchten Euch ihre Geschichte erzählen über ihre kleine Flocke....
(Vielen Dank an euch 2!)

Wir haben sie als kleines Kätzchen im Oktober 2010 aus einem Tierheim geholt. Bis zur Kastration, Mitte 2011, war sie eine ganz normale Katze. Danach viel uns vermehrt auf, das sie zeitweise vollkommen abwesend, sogar richtig apathisch war. Sie hat viel gesabbert und hatte Probleme mit der Koordination, ausserdem war sie im Verhältnis zu anderen Katzen sehr klein.
Ab dem Zeitpunkt haben wir mehrere Tierärzte aufgesucht, die alle verschiedene Diagnosen verkündeten. Vergiftung, Herzprobleme und Störung des zentralen Nervensystems.
Dann hatte sie den ersten Grand-mal-Anfall, eine starke Muskelkontraktion, die ca. 1 Minute anhielt und mit zwei lauten Schreien beendet war.
Der nächste Tierarzt, nahm Blut ab und erstellte ein Röntgenbild vom gesamten Körper, alles unauffällig. Also haben wir es so hingenommen. Sie hatte zwischendurch immer wieder gute und schlechte Tage. Bei Geräuschen, umschalten des Fernsehers oder auch einfach so zuckte sie häufig zusammen.
In verschiedenen Abständen von Monaten hatte sie noch mehrere Grand-mal-Anfällen. Am 1.März 2014 nach zwei wirklich guten Tagen, ging es ihr auf einmal sehr schlecht, sie war nicht mehr ansprechbar.
Also sind wir mit ihr zum Tierarzt gefahren. Dort bekam sie sofort ein Krampflösendes Mittel (Diazepam i.v.), denn sie hatte einen Fokalen Anfall, der sich nicht wie die Krampfanfälle zurvor bemerkbar machte. Durch das Diazepam war sie sehr müde und uns wurde von der Tierärztin empfohlen nach Bremen in die Tierklinik zu fahren, damit sie beim aufwachen überwacht wird, da es sein könnte, das der Krampfanfall bleibende Schäden hinterlassen hat. Ausserdem sollte ein CT durchgeführt werden. Dort wurde ihr Blut abgenommen. Hierbei war der NH3 Wert sehr stark erhöht.


Und so kam die Ärztin zu den Diagnosen:
• Portalvenöse Shuntgefäße: Sind eine Form von Zirkulationsstörungen der Leber, angeboren oder erworben führen diese zu Veränderungen des Blutflusses.

• V.a. hepatische Enzephalopathie: Funktionsstörung des Gehirns, die durch eine unzureichende Entgiftungsfunktion der Leber entsteht. Sie erklärte uns das der hohe NH3 (Ammoniakwert) zeigt, das die Leber nicht richtig entgiftet wird. Häufig geht es betroffenen Tieren somit nach dem fressen schlechter, weil dadurch der NH3 steigt. Ausserdem sind Symptome für diese Erkrankung:

Wachstumsverzögerungen, Krämpfe, motorische Unruhe, Koma und Ataxie (Bewegungsstörungen).
Also genau das was wir beobachtet haben.
Da diese Erkrankung bei Katzen ziemlich selten ist, wurde bei der ersten Blutuntersuchung der NH3 vermutlich nicht mitbestimmt, also hatten wir erst nach einer langen, schwierigen Zeit gewissheit, was mit unserer "Flocke" los war.
Somit schickten wir sie dann, auch auf Raten der Ärztin ins Paradies.

Warum wir das alles schreiben: Wir hoffen, das wir mit diesem Text, Tierhalter und auch Tierärzte, die eventuell ähnliche Symptome bei Katzen oder auch Hunden feststellen, daran erinnern diese seltene Diagnose im Hinterkopf zu behalten.
Um es dem Tier, sowie dem Halter erträglicher zu machen.